Ur- und Frühgeschichte

Lange vor der schriftlichen Ersterwähnung Kirchbergs im Jahr 1019 siedelten sich Menschen rund um den Wartberg an. Am Ortsrand des Dorfes fand man ein frühmittelalterliches Gräberfeld aus der Zeit um 700. Entlang der Ems wurden Siedlungskeramiken aus der Zeit der Karolinger gefunden. Ebenso gab es Keramikfunde aus der römischen Kaiserzeit. Zeugnis einer noch viel weiter zurückreichenden Ansiedlung stammen aus der Jungsteinzeit, also dem 5. bis 3. Jh. vor Christus. Hierbei handelt es sich um verschiedene Gefäße und Werkzeuge, wie z.B. Steinbeinklingen. Das älteste Fundstück jedoch ist ein Faustkeil aus Quarzit, der am Wartberg gefunden wurde und zeitlich in den frühen Abschnitt der Altsteinzeit zu datieren ist.

Ein weiteres bedeutendes Fundstück ist die Scheibenfibel von Kirchberg. Dabei handelt es sich um eine kleine Scheibe mit einem Durchmesser von 2,05 cm bei einer Stärke von nur 2mm. Die Fibel wurde mit Hilfe der Grubenemailtechnik hergestellt. Sie ist die erste dieser Art, die in Hessen gefunden wurde und stammt aus der Zeit des 8. und 9. Jhd. nach Christus und diente dazu Mantel oder Obergewand zusammenzuhalten. Heute ist sie nicht nur das Symbol des Geschichts- und Heimatvereins, sondern auch Teil des Logos zur 1000-Jahrfeier.

Der hl. Heimerad und die erste schriftliche Erwähnung Kirchbergs

Die schriftliche Ersterwähnung Kirchbergs ist ein Eintrag in einem Jahrbuch des Klosters Corvey aus dem Jahr 1019. Dort wird Kirchberg erstmals als Ort erwähnt. Nämlich als „villa“ mit einer „capella“. Der Ort gehörte damals zu den Besitztümern der Hersfelder Abtei.

Der Anlass des Eintrags war die Verwicklung des Wanderpredigers Heimerad, der nach dem Verdacht eines Kirchenraubes von den Bauern aus Kirchberg vertrieben wurde. So heißt es dort:

„Der (Mönch Heimerad) kam, nachdem er aus dem Hersfelder Kloster wegging – besser gesagt: vertrieben wurde, zur Vermehrung seines künftigen Ruhmes, den er in jenem zu verlieren im Begriff war, nach dem Dorf mit dem Namen Kirchberg, in Hessen gelegen. Als er dort eine Zeitlang verweilt hatte, wurde er der Mitwisserschaft angeklagt, dass die dortige Kapelle erbrochen und in ihr ein Kirchenraub begangen worden sei. Als er weder gestehen noch sich von dem Vorwurf reinigen wollte […] wurde er sogar von den Dorfbewohnern mit Schimpf und Schande fortgejagt.“

Heimerad, der Pilgerfahrten nach Rom und ins Heilige Land unternahm, legte sich Zeit seines Lebens immer wieder mit Kirchenoberen und Adeligen an. Häufig wurde er vertrieben, letztlich gelangte er jedoch nach Burghasungen, wo er sich auf dem Hasunger Berg niederließ und dort am 28.06.1019 vom Volk hoch angesehen, als „Wächter des Berges“ verstarb.

Die spannende Geschichte rund um Heimerad und den vermeintlichen Kirchenraub, haben die Kirchberger Kinder filmisch aufgearbeitet. Den Film können sich unsere Gäste im „Bulliwood“ am Dorfgemeinschaftshaus ansehen.

Im Jahr 1313 erhielt der Ritter Otto Hund Kirchberg als Lehen vom Kloster Hersfeld. Damit taucht erstmals die Familie Hund in Kirchberg auf, die mit dem Ort bis zum Aussterben der Familie im Jahr 1660 als adelige Grundbesitzer verbunden sind. Anschließend erhielt die Familie von Buttlar die Lehnsgüter in Kirchberg, die Belehnung wurde bis in Jahr 1822 erneuert.

Wer sich noch weiter in die Kirchberger Geschichte vertiefen will, dem sei an dieser Stelle ein Besuch des Heimatmuseums im Bergtor am Gutshof empfohlen. Die Mitglieder des Geschichts- und Heimatvereins freuen sich am Samstag und Sonntag ab 14 Uhr auf Ihren Besuch.

Ebenfalls im Bergtor freuen sich die Kirchberger Landfrauen auf Sie. Dort können Sie sich mit einer Tasse Kaffee stärken und sich eine der selbstgemachten „Waffel am Stiel“ schmecken lassen!

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